Open Banking

Was bedeutet Open Banking? Wie funktioniert es? Was hat das Ganze mit der PSD2 zu tun und wie sieht es mit dem Vertrauen der Kunden in Open Banking aus? Fragen über Fragen. Hier ein paar Antworten dazu.

Was bedeutet Open Banking?

Open Banking bezeichnet die Öffnung von Banken und von Teilen ihrer Daten für Drittanbieter. Über technische Schnittstellen, sogenannte APIs, wird die Verwendung und Aggregation von Daten, Operationen und Transaktionen auf Bankkonten möglich, die von Dritten ausgelöst werden. Das eröffnet für Bankkunden neue Möglichkeiten, Komfort und das Bündeln einer Vielzahl von Dienstleistungen innerhalb einer Anwendung. Auf der anderen Seite gilt es, die Kommunikation über Schnittstellen sicher zu gestalten. Immerhin geht es um sensible Finanzdaten der Kunden.

Es wird erwartet, dass Open Banking die Bankenlandschaft und deren Geschäftsmodelle tiefgreifend verändert. FinTechs bieten sich neue Möglichkeiten, aber auch den GAFAs (Google, Apple, Faceboook & Amazon). Etablierte Banken werden hingegen dazu gezwungen, ihre Digitalisierungsbestrebungen rasch voranzutreiben, um gegen allmächtige Tech-Giganten und wendige Start-Ups nicht den Kürzeren zu ziehen.

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Wie funktioniert Open Banking?

Über APIs können z.B. Drittanbieter auf Kontodaten zugreifen, die sich im Online Banking-Portal eines Bankkunden bei seiner Hausbank befinden. So könnte etwa ein Service-Anbieter die Kontodaten von verschiedenen Bankkonten des Kunden in einer übersichtlichen App bündlen und darstellen.

APIs ermöglichen dabei die einfache, schnelle und automatisierte Integration von Daten oder Banking-Funktionen in den Anwendungen der Drittparteien. Sie sorgen im Wesentlichen dafür, dass zwei verschiedene technische Systeme autonom miteinander kommunizieren können und entsprechende Daten automatisch von einem System in ein anderes integriert werden können. APIs sind daher der Schlüssel, um Kunden erweiterte Funktionen und Services anzubieten, und zum Aggregieren und Darstellen von Daten, die bisher "verschlossen" in verschiedenen Systemen nur über die Plattform und Software des jeweiligen Anbieters verfügbar waren.

Freilich darf dabei die Sicherheit nicht zur kurz kommen. Deshalb hat die Europäische Kommission im Rahmen der PSD2 eine delegierte Verordnung erlassen, die regelt, welche Standards diese APIs bzw. dedizierten Schnittstellen erfüllen müssen, damit Drittanbieter und kontoführende Institute sicher miteinander kommunizieren können.

Die Rolle der PSD2 für Open Banking

Die Abkürzung PSD2 bezeichnet die so genannte Zweite Zahlungsdiensterichtlinie, die bis Anfang 2018 in den Mitgliedstaaten umzusetzen war. In Österreich erfolgte dies mit dem Zahlungsdienstegesetz 2018. Die PSD2 beendet das Monopol der Banken auf die Daten ihrer Kunden. Das Open Banking-Prinzip verpflichtet kontoführende Zahlungsdienstleister, so genannten Zahlungsauslöse- und Kontoinformationsdienstleistern Zugriff auf online zugängliche Zahlungskonten ihrer Kunden zu gewähren, wenn diese das wünschen.

Zugriff auf andere Daten von Kunden, z.B. Kredit-, Wertpapier- oder Sparkonten, schreibt die PSD2 nicht vor. Dies wäre nur möglich, wenn Banken dies freiwillig anbieten, und wenn der Kunde dem zustimmt.

Beispiele für Online Banking-Produkte

Für einen Benutzer, der mehrere Bankverbindungen hat, könnte ein Online Banking-Produkt beispielsweise folgende Features haben:

  • alle (bei verschiedenen Banken gehaltenen) Konten mit sämtlichen Funktionen auf einen Blick,
  • Überweisungen und Transaktionen zentral aus einer App durchführen, ohne zwischen den verschiedenen Online Banking-Portalen siwtchen zu müssen,
  • die Verwaltung sämtlicher Kreditkarten übersichtlich in einer App,
  • die Verwaltung weiterer Zahlungsdienste,
  • Investieren bei verschiedenen Wertpapieranbietern über eine einheitliche Robo Advisor-Plattform, oder
  • einfaches Investieren über eine Crowdlending-Plattform.

Vertrauen der Konsumenten in Open Banking?